2023 – Die Spitze des Scheißbergs?

Fuck 2023

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, endete praktisch jedes Jahr mit der leisen Hoffnung, das jetzt doch endlich mal die Spitze des Scheißbergs erreicht sein müsste. Doch immer wenn man dachte, jetzt wäre die Spitze wirklich erreicht, stapelt sich die Scheiße noch ein bisschen höher. So auch 2023.

Der russische Krieg gegen die Ukraine ist weiterhin in vollem Gange und es ist fraglich, wie lange sich die Ukraine noch wird wehren können. Die internationale Unterstützung bröckelt und vermutlich wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Ukraine die Waffen strecken muss. Putins Machthunger wird das nicht mindern, er wird seine Fühler nach anderen angrenzenden Länder ausstrecken. Ob er die baltischen Staaten angreifen wird? Dann müssten die übrigen NATO-Staaten zur Hilfe kommen. Doch werden sie das? Vor allem, wenn Donald Trump US-Präsident werden sollte?

Hierzulande vergeigt die Ampelregierung das letzte bisschen Vertrauen, vor allem durch ihre miserable Kommunikation. Die AfD dagegen wächst und gedeiht und es dürfte niemand überraschen, wenn die Faschos nächstes Jahr in einigen ostdeutschen Bundesländern zur stärksten Partei werden.

Und dann war natürlich noch der barbarische Angriff der Hamas auf Israel. In der Folge zeigte sich der komplette moralische und intellektuelle Verfall etlicher Linker, die seitdem eine klassische Täter-Oper-Umkehr betreiben und in Israels nachvollziehbarer Reaktion sich einen Genozid im Gazastreifen herbei fantasieren und ihrem Antisemitismus freien Lauf lassen. Dabei müsste jeder halbwegs vernünftiger, freiheitsliebender und progressiver Mensch Israel bei dem Versuch, Gaza von der Hamas zu befreien unterstützen – wenn sie ihre eigenen Forderungen ernst nehmen würden. Es ist sicher kein Zufall, dass die Schnittmenge mit den „Putin-Linken“ sehr groß ist.

Und 2024? Werden wir auch noch nicht die Spitze des Scheißbergs erreicht haben. Die oben erwähnten Landtagswahlen und der mögliche Wahlsieg Donald Trumps werden schon dafür sorgen.
Doch wie das immer so ist. Persönlich kann ich gar nicht groß klagen. Ich habe dieses Jahr zwar kaum gelesen und auch FRONT hat sich live sehr rar gemacht, aber das war auch mal schön. Ein bisschen Durchschnaufen und auch mal nichts machen. Habe ich mal gebraucht.

Highlights waren definitiv die beiden Releaseshows von Bubonix im Mai, bei denen ich jeweils im Vorprogramm auftreten durfte. Ebenso toll war, dass ich für das Beiheft der großartigen Comeback-LP einen kleinen Text schreiben durfte. Und für Amen 81, diese wunderbare HC-Crust-Punkband aus dem Fränkischen, durfte ich einen kleinen Promotext schreiben, was mich sehr gefreut hat. Mit beiden Bands verbindet mich eine lange Freundschaft und es war schön, einen klitzekleinen Teil zu den jeweiligen Platten beitragen zu dürfen. Und auch klasse, dass ich einen kurzen Text zu einem im nächsten Jahr erscheinenden Buchprojekt über das Café Klatsch beisteuern durfte.

Ein kleines Versprechen kann ich an dieser Stelle auch schon einmal geben: Nächstes Jahr wird es von mir wieder mehr geben. Mehr Lesungen, mehr Konzerte und mehr Output generell. Hier erfahrt ihr es als Erste.

Und jetzt: Fuck 2023! Kommt gut ins neue Jahr und lasst Euch nicht unterkriegen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert