FALK FATAL ist ein präventiver Pessimist

 

Na, gut ins neue Jahr gerutscht? Gute Vorsätze gehabt und diese schon gebrochen? Bei mir war das früher die Regel. Schon kurz nach Jahresbeginn waren die wieder Geschichte. Der Weg zur Hölle ist schließlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Ich hatte für dieses Jahr deshalb nur einen Vorsatz: Kein Optimismus mehr! Das Glas ist fast leer und nicht halbvoll! Keine Kalendersprüche mehr, die mir einreden wollen, ich könne alles schaffen, wenn ich nur fest genug daran glaube, sogar das ich Barfuß über glühende Kohlen laufen kann. Tschaka!

Vielleicht würde ich das sogar schaffen, ohne Brandblasen zu bekommen. Doch was würde ich mir damit beweisen? Dass ich etwas Saudummes machen kann? Das kann ich auch ohne glühende Kohlen. Liebeskummer und Alkohol reichen vollkommen. Für was soll das also gut sein? Was hat der Manager davon, wenn er über glühende Kohlen gelaufen ist? Ist es dann einfacher, über Leichen zu gehen?

Mich überzeugt dieser Optimismusglaube nicht. Wenn es so einfach sein soll, warum gibt es immer noch so viele Verlierer? Am mangelnden Optimismus allein, wird es nicht liegen. Im Gegenteil. Zu viel Optimismus ist schlecht fürs Gemüt.

Die schlimmsten Fünfen waren die, die ich auf Klausuren bekam, bei denen ich fest mit einer Drei rechnete. Wenn ich dagegen vorher von einer Fünf ausging und die auch bekam, war das deutlich weniger schlimm. Das nahm ich achselzuckend hin. Bekam ich aber eine Vier, war die Freude groß.

Und diese Erinnerung brachte mich schließlich zum meinem Vorsatz für 2019: Vergess den Optimismus! Sei ein präventiver Pessimist! Expect the worst and enjoy the rest.

Das Wetter morgen? Das wird richtig schlecht! Es wird hageln, stürmen und bitterkalt. Und wenn es wirklich so wird? Ist okay. Ich habe nichts anderes erwartet. Aber wenn es nur nieselt und die Temperaturen im Plusbereich sind? Geil. Endorphinrausch.

Oder der Straßenverkehr. Nichts ist gefährlicher. Täglich sterben in Deutschland neun Menschen und mehr als 1.000 werden verletzt. Es ist statistisch gesehen nur eine Frage der Zeit bis es einen erwischt. Früher glaubte ich trotzdem, mir passiert schon nichts, und war dann sauer, wenn mir ein Autofahrer die Vorfahrt nahm – sehr zum Leidwesen meiner Freundin und der Kollegen, die dann meine schlechte Laune ertragen mussten. Jetzt gehe ich davon aus, dass ich dabei drauf gehe, wenn ich das Haus verlasse, und bin glücklich, wenn ich mein Ziel nur mit ein paar Schrammen erreiche. Gut gelaunt singe ich dann Milva vor mich hin: “Hurra, ich lebe noch.” Das freut auch meine Freundin und die Kollegen.

Was ich damit sagen will: Der präventive Pessimismus ist ein super Vorsatz! Er sorgt für gute Laune und zufriedene Menschen. Ich bin gespannt, wie lange ich das durchhalte. Ich tippe, spätestens in einem Monat ist der gute Vorsatz wieder dahin.